Das Jenseits von Millionen Festival organisieren wir nachwievor komplett ehrenamtlich und unterstützen nun zum sechsten Mal die Kinderhilfsorganisation Raise a Smile e. V. Charity in ihrer Arbeit im ländlichen Osten Sambias mit 2€ jedes verkauften Festivaltickets und allem Geld, was nach Abzug der Festivalkosten auf der Haben-Seite steht.

In diesem Jahr unterstützen wir gezielt ihr neues Projekt WASH (kurz für WAsser, Sanitär und Hygiene), denn mehr als die Hälfte der Kinder im ländlichen Sambia haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Toiletten. Krankheiten wie Wurminfektionen und Cholera sind die Folge, die vor allem für junge Kinder lebensbedrohlich sein können. Durchfälle sind auch eine der Hauptursachen für Fehltage in der Schule. Wenn wir möchten, dass Schulkinder gesund bleiben und eine gute Bildung erhalten, müssen wir diese Situation dringend verbessern.

Der erste Baustein des Projekts ist die Verbesserung der derzeitigen Infrastruktur der Schulen, also der Bau von Toilettenblöcken, Brunnen für sauberes Trinkwasser, Handwaschmöglichkeiten und Waschräumen für Mädchen – denn viele Mädchen bleiben während ihrer Periode für eine Woche pro Monat zu Hause. Die neuen Waschräume geben ihnen auch in der Schule die benötigte Privatsphäre, damit sie den Unterricht nicht mehr verpassen müssen. Der zweite Baustein sind Aufklärungsprogramme, um über verschiedene Hygiene- und Gesundheitsthemen zu informieren, wie z. B. Händewaschen und Menstruationshygiene.

Das WASH-Programm ist bereits in vollem Schwung mit dem Bau eines neuen Trinkwasserbrunnens für die Mphata Schule. Die Schule hat ihr Wasser bisher aus einem handgegrabenen Brunnen bezogen, der nicht nur zum Ende der Trockenzeit für mehrere Monate austrocknet, sondern auch mit gefährlichen Keimen verunreinigt ist. In der fortlaufend aktualisierten Bildergalerie seht ihr, wie der Bau voran geht.

Mehr Informationen über die Arbeit von Raise a Smile findet ihr unter www.raise-a-smile.org oder ihr besucht sie direkt an ihrem Stand auf unserem Festival!

Vorfreude

Wir machen uns bereit für den Aufbau des Festivals und die 15-Tage-Wettervorhersage ist gerade voll auf unserer Seite, yay! Wir packen unsere Badesachen ein und ein paar Impressionen aus dem letzten Jahr aus. Ein paar Tickets gibt’s auch noch in unserem Shop.

Morgen in drei Wochen öffnen sich endlich unsere Festivaltore und bis dahin ist noch einiges zu tun. Bestimmt sind unter euch auch noch ein paar Menschen, die Zeit und Lust haben, uns beim Auf- und Abbau oder während des Festivals zu unterstützen. Von Ausschneiden und Anmalen bis Ständebau und Zäunestellen, Mithilfe am Einlass oder oder oder – es gibt immer was zu tun. Vom 29.07. bis 09.08., also Samstag vor bis Mittwoch nach dem Festival, können wir jedes frische Gesicht und jeden noch nicht gehörten Witz gebrauchen. Obendrauf gibt es viel Teamspirit, Lagerfeuer, Baden, Tischtennis und und und. Meldet euch bei Interesse einfach unter streetteam (at) jenseitsvonmillionen.de, dann können wir alle Details ganz individuell besprechen.

Eine schlechte und vier gute Nachrichten haben wir heute für euch. Zuerst die schlechte: Wilga mussten leider wieder absagen. Dafür konnten wir die fantastischen Yoga als Ersatz gewinnen und das ist auch schon die erste gute Nachricht. Die übrigen drei sind unsere Bands für den Samstag Nachmittag in der Kirche auf dem Marktplatz, wohin wir wieder unterstützt von der Evangelischen Kirchengemeinde Friedland-Niewisch und gefördert vom Landkreis Oder-Spree, Amt für Bildung, Kultur und Sport, einladen dürfen.

Yoga
Hektik und Yoga schließen sich aus. Dann doch lieber gepflegtes Dröhnen und ein stehendes Feedback, so dass irgendwann, wenn sich genügend Druck aufgebaut hat, auch der Rythmus wieder in aller Schwere losbollern kann – ungefähr so funktionieren Konzerte der Gruppe Yoga. Heraus kommen dann irgendwie trotzdem feinste Indiepop-Melodien, die sich nur als Post-Punk-Noise tarnen und mehr Anspielungen und doppelte Böden haben, als für eine Rockband eigentlich erlaubt ist. Am Ende also eine ausgeglichene Sache.

Albertine Sarges
Albertine Sarges ist eine Hälfte des Duos Itaca, das gerade ihr zweites Album mit feinstem Italo-Disco-Pop veröffentlicht hat, war im März als Keyboarderin für Kat Frankie auf Tour und hat sicher noch 1000 andere Eisen im Feuer. Eines sind zum Beispiel ihre sehr sporadischen Soloauftritte, bei denen sie nicht nur durch ihre fantastische, vielfältige Stimme begeistert, sondern auch das Singer/Songwriterinnen -Genre in die verschiedensten Richtungen dehnt und öffnet, dass es eine Freude ist.

Highest Sea
Leila Zanzibars Band Highest Sea spinnt ihr Netz aus verträumter Melancholie und einer gewissen rauen Energie. Was als Indiepop-Schüchternheit beginnt, entwickelt sich zu schwelgerischen Slow-Rock-Songs, die unter der Oberfläche brodeln und in ihren Bann ziehen. Das Wasser ist trüb und unruhig, doch wir sitzen am Strand, unter Palmen, und lassen uns in sicherem Abstand vom Tosen der Wellen betören.

Hello Piedpiper
Eigentlich hat Fabio Bachett sich unter dem Namen Hello Piedpiper gerade vom Solokünstler zum Bandprojekt entwickelt und ein imposantes, vielstimmig instrumentiertes Album aufgenommen, das mit jazzigen Harmonien, Chorgesängen und cleveren Wendungen überrascht. Bei uns macht er jedoch nochmal einen Schritt zurück und präsentiert sich im reduzierteren Singer/Songwriter-Gewand, das seiner Stimme umso mehr Raum lässt für die Geschichten, die sie erzählt.

Diese Woche!

Morgen beginnen wir unsere große Warm-up-Woche mit dem letzten Jenseits von Millionen Bingo vor dem Festival im Cafe Royal, unserem legendären kurze-Hosen-Bingo!
Am Donnerstag präsentieren wir euch dann gemeinsam mit Sinnbus, Future Sailor Concerts und Dq Agency einen fantastischen Konzertabend mit Lessons, Yeah But No und HAYUNG im Urban Spree. (FB-Event: Lessons & Yeah But No & Hayung).
Und am Samstag fahren wir mit Botschaft und Mondo Fumatore raus zum Parkclub Fürstenwalde und feiern nochmal richtig, bevor wir in die ganze heiße Phase der Festivalvorbereitungen einsteigen. (FB-Event: Jenseits von Millionen Warm-Up w/ Botschaft & Mondo Fumatore)
Wer an allen drei Abenden dabei ist, bekommt ein Geschenk!

Mehr Bands!

Wir freuen uns über alle Maßen, euch die nächsten vier Bands zu verraten, die wir euch dieses Jahr präsentieren dürfen:

Die Sterne
Sie waren immer da und immer wichtig, seit 25 Jahren. Die Beiläufigkeit, mit der sie Einflüsse aus Hip Hop, Soul und Funk, dann Disko und zuletzt Psychedelic-Pop in die eigene Schnoddrigkeit überführt und dort zu pointierten Beobachtungen verdichtet haben, ist einfach unglaublig. Sie bringen den Groove in trostlose Verhältnisse und stellen die richtigen, die interessanten Fragen. Wir können es kaum fassen!

LeVent
Selbst in ruhigen Momenten haben LeVent Power ohne Ende. Dass das Instrumentarium aus zwei Bässen, Schlagzeug und Gesang besteht, ist daran sicher nicht ganz unschuldig, doch auf den bloßen Druck ihrer Werkzeuge verlassen sie sich an keiner Stelle. Stattdessen spielen sie einfach unglaublich tight, ausgeklügelt und mit einer hypnotisierenden Präsenz, die keine Gitarre vermissen lässt.

Voodoo Beach
Alles fließt, durchläuft die verschiedensten Formen, wird weggespühlt und taucht am Ende wieder auf. Von einer Welle aus betörendem Psychedelic Blues Rock in die Tiefen des Meeres fortgerissen, umspielen uns Voodoo Beach mit mysteriösen Vibes aus minimalistischen Beats, hypnotisierenden Bassläufen und Gitarren, die mit einem Bein auf dem Surfbrett stehen.

Heim
Dass zwischen all der Nostalgie im 90er-Indierock-Revival noch Platz für einen frischen, ganz eigenen Entwurf wäre, hätte wohl kaum jemand gedacht, bevor Heim mit ihrem Album „Palm Beach“ um die Ecke kamen. Getrieben von einer stürmischen Rhythmusgruppe schiebt sich eine Gitarre durch die Arrangements, die elegant durch melodische Bögen stolpert, um sich später zu den schönsten Noise-Wänden aufzutürmen. Dazwischen Texte, die gleichzeitig ungekünstelt und poetisch sind, mit direkter Sprache im Ungefähren bleiben und doch alles sagen.

Bingo

Wir spielen heute wieder Bingo im Café Royal gegen schlechtes Wetter! Kommt vorbei!

Line-up

Hier sind sie, die nächsten Bands für’s Jenseits von Millionen 2017!

Wilga
Seit 2012 schreiben Wilga in Gdańsk an der Ostsee an ihrer Version von Post-Rock. Ganz ohne die üblichen Genre-Klischees und mit viel Wärme und Pop und Soul sind sie eine der interessantesten polnischen Bands überhaupt. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum von 2014 haben sie komplett selbst aufgenommen und veröffentlicht – in einer selbstgebauten, aufklappbaren Holzhülle! Die ist leider schon ausverkauft und wir darum gespannt auf den Nachfolger!

Hanna Leess
Die amerikanische Multiinstrumentalistin schreibt ganz unglaubliche Popsongs zwischen Funk und Blues und Folk. Mit brüchiger, rauher Stimme und ohne Kompromisse. Ihre Songs entstehen oft spontan, innerhalb von 15 Minuten hat sie alles im Kopf zusammen. Gemeinsam mit Tom Osander, dem ehemaligen Drummer von Damien Rice, braucht sie sie nur noch aufzunehmen. Bauchentscheidungen sind ihr Ding und das sind ja auch meistens die besten.

KARIES
Sparen wir uns die Wortspiele und kommen gleich zum Punkt: Karies sind der Wahnsinn. Wiederholungsschleifen ziehen in einen Strudel und hypnotisieren das Kaninchen vor der Schlange. Bass und Schlagzeug schieben verhallte Gitarren durch düstere, abgründige Songs, über die minimalistische Texte mehr gesprochen als gesungen werden. Voller Unbehagen, kalter Distanz und Entschlossenheit. Es geht sich aus.

Ilgen-Nur
Herrlich leichten 90er-Slacker-Indie-Pop mit melancholisch-verträumter Note spielt die Hamburgerin Ilgen-Nur Borali mit ihrer Band, bestehend aus Paul Pötsch von Trümmer und Simon Starz. Ihre erste EP „No Emotions“ erscheint im Sommer auf dem Kassettenlabel Sunny Tapes und wurde von Max Rieger von Die Nerven und All Diese Gewalt produziert. Ein perfekter coming-of-age-Soundtrack mit Songs über Zukunftsängste, Fahrrad fahren und Augenringe.

Hardtickets

Unsere Hardtickets sind da! Wo es die gibt, verraten wir in kürze. Auf jeden Fall aber beim nächsten Bingo, am 04.04.. wieder im Cafe Royal. Wieder dabei ist unser Moderatoren-Team Sascha Schlegel (FluxFM) und DJ Five vom BRITISH.MUSIC.CLUB, musikalisches und dekoratives Drumrum vom Jenseits von Millionen Bingo-Team und es gibt tolle Preise, kalte Getränke, warmes Essen (bis die Küche schließt) und jede Menge Spielspaß.

Wir freuen uns wahnsinnig, denn unsere ersten Bands sind:

Isolation Berlin
Mit einem Bein in der Depression und dem anderen in der süffisanten Übertreibung haben Isolation Berlin schon vor zwei Jahren ihre dringlichen Hymnen auf den Weltschmerz über unseren Burghof geworfen, gekrönt von Nina Hagens „Fall in love mit mir“. Inzwischen arbeiten sie an ihrem nächsten Album, das sich sicher wieder an dem ganzen Elend da draußen, den kleinen Freuden und dem Selbstzweifel abarbeiten wird. Oder haben sie gar einen Ausweg aus der Tristesse gefunden? Dürfen wir auf die ein oder andere Premiere hoffen? Wir werden sehen.

Fun Fare
Fun Fare aus Leipzig sind damit beschäftigt, ihre seltsame Melange aus Postpunk-Scrappiness, Psychedelic-Rudimenten, Kraut-Improvisationen und Groovyness zusammenzubringen. Mit Intuition und Zufall einfach zulassen, was bei dem Versuch herauskommt, lautet die Devise. Wie der eingedellte, wellige und somit eigentlich nicht mehr spielbare Gong auf dem Cover ihrer ersten EP “Wrong Gong” so lange die Verhältnisse, Assoziationen und Beine auf dem Parkett ins Schwingen bringen, bis irgendwann alles zusammenfällt. Funny bones und gummy worms!

Oum Shatt
Vor Jahren schon hingen KISSOGRAM ihren staubtrockenen Elektropopper-Hut an den Nagel. Jonas Poppe kippte in der Zwischenzeit ein paar Schaufeln Sand darauf und trägt ihn nun in seiner neuen Band wieder. Denn gemeinsam mit Chris Imler (dem wildesten, schönsten und besten Schlagzeuger Berlins, der zuvor u.a. Peaches, Die Türen und Jens Friebe mit seinem Können beschenkte), Jörg Wolschina (Der Elegante Rest) und Richard Murphy (Michael Knight) spielt er minimalistischen Rock’n’Roll-Surf-Post-Punk mit arabischem Einschlag. Perkussiv und beschwörend, wie „Ian Curtis naked in Cairo, half past three in the morning“, wie sie selbst schreiben.

Botschaft
Dass Ambitionen einer Band gut zu Gesicht stehen können, zeigen Botschaft, indem sie an 80er Sophisticated Pop und die neuen Slacker-Bands anschließen. Zwei eigentlich nicht weit voneinander entfernte Welten, die trotzdem noch nie in so leichtfüßigen Songs zusammengebracht wurden. Auf den immer gleichen Heartbreak-Lyrics auszuruhen, kommt für Botschaft auch nicht in Frage. Stattdessen gibt es Gesellschaftskritik, abstrakte Reflektionen über das Selbst und das Ich, die Working Class, ihre Freizeit und Reproduktionsfunktion. Ja, richtig, das klingt nach Hamburger Schule – was auch immer das (inzwischen) ist. Bei dem Bandnamen sollte das niemanden überraschen.

Odd Couple
Das seltsame Paar kennt sich seit dem Kindergarten, zog zusammen nach Berlin und schrieb ein Album darüber. „It’s A Pressure To Meet You“ war weder Liebeserklärung noch Hassbrief, sondern Beschreibung von Situationen, vor schwitzendem Garage Rock und mit mehr Instrumenten, als vier Hände halten können. Ihr neues Album „Flügge“ steht dem in nichts nach und ist sogar noch eklektischer mit seinen Ausflügen quer durch die Rockgeschichte und darüber hinaus. Dabei treiben sie das Spiel, einen modernen Sound mit ausschließlich analogem Equipment zu erzeugen, auf die Spitze. Antiquiert klingt anders, Odd Couple sind ganz im Hier und Jetzt.