Wir freuen uns wahnsinnig, denn unsere ersten Bands sind:

Isolation Berlin
Mit einem Bein in der Depression und dem anderen in der süffisanten Übertreibung haben Isolation Berlin schon vor zwei Jahren ihre dringlichen Hymnen auf den Weltschmerz über unseren Burghof geworfen, gekrönt von Nina Hagens „Fall in love mit mir“. Inzwischen arbeiten sie an ihrem nächsten Album, das sich sicher wieder an dem ganzen Elend da draußen, den kleinen Freuden und dem Selbstzweifel abarbeiten wird. Oder haben sie gar einen Ausweg aus der Tristesse gefunden? Dürfen wir auf die ein oder andere Premiere hoffen? Wir werden sehen.

Fun Fare
Fun Fare aus Leipzig sind damit beschäftigt, ihre seltsame Melange aus Postpunk-Scrappiness, Psychedelic-Rudimenten, Kraut-Improvisationen und Groovyness zusammenzubringen. Mit Intuition und Zufall einfach zulassen, was bei dem Versuch herauskommt, lautet die Devise. Wie der eingedellte, wellige und somit eigentlich nicht mehr spielbare Gong auf dem Cover ihrer ersten EP “Wrong Gong” so lange die Verhältnisse, Assoziationen und Beine auf dem Parkett ins Schwingen bringen, bis irgendwann alles zusammenfällt. Funny bones und gummy worms!

Oum Shatt
Vor Jahren schon hingen KISSOGRAM ihren staubtrockenen Elektropopper-Hut an den Nagel. Jonas Poppe kippte in der Zwischenzeit ein paar Schaufeln Sand darauf und trägt ihn nun in seiner neuen Band wieder. Denn gemeinsam mit Chris Imler (dem wildesten, schönsten und besten Schlagzeuger Berlins, der zuvor u.a. Peaches, Die Türen und Jens Friebe mit seinem Können beschenkte), Jörg Wolschina (Der Elegante Rest) und Richard Murphy (Michael Knight) spielt er minimalistischen Rock’n’Roll-Surf-Post-Punk mit arabischem Einschlag. Perkussiv und beschwörend, wie „Ian Curtis naked in Cairo, half past three in the morning“, wie sie selbst schreiben.

Botschaft
Dass Ambitionen einer Band gut zu Gesicht stehen können, zeigen Botschaft, indem sie an 80er Sophisticated Pop und die neuen Slacker-Bands anschließen. Zwei eigentlich nicht weit voneinander entfernte Welten, die trotzdem noch nie in so leichtfüßigen Songs zusammengebracht wurden. Auf den immer gleichen Heartbreak-Lyrics auszuruhen, kommt für Botschaft auch nicht in Frage. Stattdessen gibt es Gesellschaftskritik, abstrakte Reflektionen über das Selbst und das Ich, die Working Class, ihre Freizeit und Reproduktionsfunktion. Ja, richtig, das klingt nach Hamburger Schule – was auch immer das (inzwischen) ist. Bei dem Bandnamen sollte das niemanden überraschen.

Odd Couple
Das seltsame Paar kennt sich seit dem Kindergarten, zog zusammen nach Berlin und schrieb ein Album darüber. „It’s A Pressure To Meet You“ war weder Liebeserklärung noch Hassbrief, sondern Beschreibung von Situationen, vor schwitzendem Garage Rock und mit mehr Instrumenten, als vier Hände halten können. Ihr neues Album „Flügge“ steht dem in nichts nach und ist sogar noch eklektischer mit seinen Ausflügen quer durch die Rockgeschichte und darüber hinaus. Dabei treiben sie das Spiel, einen modernen Sound mit ausschließlich analogem Equipment zu erzeugen, auf die Spitze. Antiquiert klingt anders, Odd Couple sind ganz im Hier und Jetzt.